Häufige Fragen

An dieser Stelle finden Sie in loser Reihenfolge eine Sammlung von Fragen, die sehr oft an uns herangetragen werden. Sollten Sie über unsere Ausführungen hinaus weitere Fragen haben, haben Sie ebenfalls die Möglichkeit, Ihre Fragen einzureichen.

Die Häufigen Fragen werden dann – sofern Ihre Frage von allgemeiner Bedeutung ist – ergänzt.

Die hier gegebenen Antworten stellen den aktuellen Stand unserer Untersuchungen dar bzw. sind die veröffentlichten Angaben belegbar. Daher sind sie als die Ausführungen des Verbandes zu den jeweiligen Themen anzusehen.

Wie lange muss ofenfertiges Scheitholz an der Luft trocknen?
Unter einem Jahr. 1941 wurde bereits durch LANZ Ofenholz von Juli bis September an der Luft auf eine Holzfeuchte von 22% getrocknet. Das Frauenhofer-Institut für Holzforschung hat belegt, dass Brennholz ab September deutlich unter 1 Jahr natürlich getrocknet werden kann. Dieser Versuch endete im Mai nach 250 Tagen. Das IBT zeigt, dass Eichenscheitholz, 33cm, von Oktober bis August von 75% auf 20% Holzfeuchte luftgetrocknet werden kann. Brennholz, das ab Juli aufgesetzt wird, trocknet meist nicht mehr im selben Jahr. Birke dagegen wird sogar über den Winter noch lufttrocken.
Wie funktioniert natürliche Scheitholztrocknung?
Die Luft nimmt Feuchte aus dem Scheitholz vor allem über das Hirnholz auf, kühlt ab, wird schwerer als die umgebende Luft und sinkt nach unten. Wird Brennholz also direkt auf den Boden gesetzt, gehen – je nach Stapelhöhe – etwa 5 bis 10% des Heizwertes durch Verottung oder zu hohe Feuchte in den unteren Lagen verloren. Ausreichend Bodenabstand vermeidet Staunässe, Spritzwasser und begünstigt vor allem, dass die feucht-kühle Luft unterhalb des Stapels ablüften kann. Im Sommer kann das Holz ohne Abdeckung besser trocknen, ab September sollte einmal getrocknetes Brennholz gegen Niederschläge abgedeckt gelagert werden.
Können alle Holzarten verbrannt werden?
Grundsätzlich sind alle Holzarten zum Heizen geeignet. Dabei ist Kohlenstoff das wesentliche Element für die Verbrennung. 1kg lufttrockenes Brennholz enthält zwischen 47% und 57% Kohlenstoff. Holzarten unterscheiden sich vor allem in der Rohdichte (=spezifisches Gewicht pro Volumen), Struktur, Abbrandgeschwindigkeit und Geruchsbildung. In Zentral-Holzfeuerungskesseln spielen die Unterschiede der einzelnen Holzarten kaum eine Rolle, weil die Verbrennung gesteuert und geregelt wird. Bei “leichteren” Holzarten muss häufiger nachgelegt werden. Dafür kann z. B. mit Fichte oder Pappel schneller aufgeheizt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch immer eine direkte Wärmeabnahme bzw. ausreichend bemessener Pufferspeicher. In Einzelfeuerungen (Öfen, Kamine) dagegen kann die Abbrandgescheindigkeit nur durch die Dicke und Rohdichte des Brennholzes sowie den Nachlegeintervall bestimmt werden. Vielfach werden dicke feuchte Scheite nachgelegt, um die Wärmeabgabe an den Raum zu regeln.
Lohnt es sich, nasses Scheitholz zu kaufen?
Gesägtes und gespaltenes Scheitholz aller gängigen Holzarten kann bei richtiger Lagerung ab Februar bis Oktober an der Luft auf 18-22% Holzfeuchte getrocknet werden. Von April bis August ist die Trocknungsleistung durch direkte Sonneneinstrahlung höher als die Wiederbefeuchtung durch Niederschläge. Daher sollte Scheitholz generell – spätestens aber ab September – gegen Niederschlag geschützt gelagert werden. Abdeckungen dürfen nicht auf dem nassen Holz aufliegen und auf keinen Fall bis zum Boden reichen.
Verliert trockenes Scheitholz durch längere Lagerung an Heizwert?
Lufttrockenes Scheitholz verliert bei trockener Lagerung nicht an Heizwert. Ein Heizwertverlust (=Substanzverlust) entsteht durch Insekten- und Pilzbefall infolge falscher Lagerung und Befeuchtung. Die durch Trocknung verloren gegangenen flüchtigen Inhaltsstoffe sind gering und nicht vermeidbar, ebenso der Verlust durch Trockenholzinsekten. Über Langzeiteffekte von trockenem, gelagerten Brennholz ist aus der Literatur nichts bekannt. Wird lufttrockenes Scheitholz im Sommer in einem kühlen Keller eingelagert, kann die feucht-warme Außenluft am Scheitholz kondensieren und Schimmelbefall begünstigen.
Ist es sinnvoll, Scheitholz künstlich zu trocknen?
Durch künstliche/technische Trocknung kann der Markt mit Scheitholz versorgt werden, wenn der Vorrat an natürlich getrocknetem Brennholz aufgebraucht ist. In einer langen oder extrem kalten Winterperiode (Februar/März) kann Scheitholz nur noch durch technische Trocknung bereitgestellt werden. Durch künstliche Scheitholztrocknung kann überschüssige Wärme z. B. aus Industrieprozesssen oder Stromerzeugung sinnvoll genutzt werden. Somit wir ein Teil der sonst an die Atmosphäre abgegebenen Wärme in Form eines höheren Heizwertes im Brennholz gespeichert. Durch technisch getrocknetes Scheitholz kann ein institutioneller Brennholzhandel entstehen, sodass ganzjährig und auf Vorrat produziert und der Markt jederzeit mit definiertem Brennholz versorgt werden kann.
Wie feucht/trocken sollte Scheitholz sein?
Trockenes Scheitholz kann eine Holzfeuchte u~12% im Sommer und u~21% im Winter erreichen – je nach Holzart, Region und Klima. Scheitholz mit einer Holzfeuchte zw. 18-22% gilt als lufttrocken. Da Scheitholz i.d.R. in der kalten Saision verbrannt wird, ist es nicht sinnvoll, auf eine Holzfeuchte unter 20% zu trocknen. Diese Feuchte ist sowohl durch natürliche Trocknung gut erreichbar als auch gut für die Verbrennung geeignet. Lufttrockenes Scheitholz verliert bei sachgerechter Lagerung nicht an Heizwert. Mit der “IBT-Richtlinie zur Messung und Bestimmung der Brennholzfeuchte” und einem handelsüblichen elektrischem Widerstandsmeßgerät kann die Scheitholzfeuchte einfach und hinreichend genau bestimmt werden. Scheitholz sollte einen Tag vor Gebrauch aus dem Vorratslager geholt werden, um es auf Zimmertemperatur aufzuwärmen.
Wie kann die Scheitholzfeuchte festgestellt werden?
Wie kann die Scheitholzfeuchte festgestellt werden?
– normal großen Scheit auswählen
– Scheit mittig (feuchteste Zone) spalten
– eine Scheithälfte auswählen
– jeweils ca. 5 cm vom Hirnholzende quer zur Faser…
– … und in der Mitte quer zu Faser messen
– Messwerte addieren und durch die Anzalh der Werte teilen
– Ergebnis: mittlere Scheitholzfeuchte des Scheits
Gibt es Normen und Qualitätsstandards für Scheitholz?
– Qualitätszeichen des Bundesverbandes Brennholzhandel und
– produktion e.V. – EN 14961-5 Klassifizierung biogener Festbrennstoffe
– EN 15234-5 Qualitätssicherung giogener Festbrennstoffe
– Gütezeichen der RAL-Gütegemeinschaft Brennholz e.V.
– IBT-Richtlinie zur Messung und Bestimmung der Brennholzfeuchte
Gibt es Mengen-Umrechnungsfaktoren für Scheitholz?
Der Bundesverband Brennholzhandel und -produktion e. V. hat in seiner Satzung zum Qualitätszeichen Brennholz bewußt festgelegt, dass Scheitholz in Raummeter oder vorzugsweise Schüttkubikmeter im Lieferzustand abgerechnet wird, weil Verbraucher diese Liefermenge einfach kontrollieren können anhand der Volumenabmessungen des Lieferbehälters oder -fahrzeuges. Umrechnungsfaktoren von Festmeter oder Raummeter in Schüttkubikmeter sind nicht zulässig, weil sie von vielen Faktoren abhängig sind, die der Verbraucher nicht kontrollieren oder nachvollziehen kann (z. B. Bezugsmaß Festmeter mit Rinde oder ohne Rinde, Stammdurchmesser, Holzart, Holzqualität, Krümmungen oder Astansätze, mittlerer Scheitquerschnitt, Scheitholzlänge, mittlere Holzfeuchte, Schütthöhe, Einfluss des Bedieners, Größe und Geometrie der Lieferbehälter, Verdichtung durch Transport).
Die über Literatur oder Internet oder Organisationen publizierten Umrechnungsfaktoren sind nicht allgemein verbindlich. Erfahrungsgemäß gelten diese Umrechnungsfaktoren nur für bestimmte betriebsindividuellen und holzspezifischen Bedingungen und sind mit einer verfahrensbedingten Streuung versehen.
Aus unserer Erfahrung werden Umrechnungsfaktoren teils gezielt und teils aus Unkenntnis eingesetzt. Wir empfehlen unseren Mitgliedsbetrieben, keine Umrechnungsfaktoren auf ihren Internetseiten oder in ihren Geschäfts- und Werbeunterlagen zu verwenden, weil sie letztlich nur verwirren.

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