HKI begrüßt erste Verbesserungen im GModG-Entwurf
Zwei zentrale Forderungen der Branche bereits berücksichtigt – weiterer Anpassungsbedarf bleibt bestehen
Der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. sieht im von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) erste wichtige Verbesserungen für die Holzwärme. Zwei zentrale Kritikpunkte der Branche – die gesetzliche Verankerung des Kaskadenprinzips sowie die Verknüpfung mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) – finden sich im aktuellen Regierungsentwurf nicht mehr wieder. Der Verband wertet dies als wichtigen Zwischenerfolg, sieht jedoch weiteren Anpassungsbedarf im parlamentarischen Verfahren.
Der Verband sieht darin einen wichtigen ersten Erfolg der gemeinsamen Interessenvertretung von Herstellern moderner Feuerstätten, Brennstoffanbietern und weiteren Akteuren der Holzwärmebranche.
„Es freut uns, dass zwei zentrale Kritikpunkte aus den ursprünglichen Überlegungen der Bundesregierung nicht mehr Bestandteil des Gesetzentwurfs sind. Dies zeigt, dass die fachlichen Argumente der betroffenen Branchen gehört wurden“, erklärt Frank Kienle, HKI-Geschäftsführer.
Aus Sicht des Verbandes wäre sowohl die gesetzliche Festlegung des Kaskadenprinzips als auch die Verknüpfung mit der EUDR mit erheblichen praktischen Problemen verbunden gewesen. Während die energetische Nutzung von Rest- und Nebenprodukten aus Forstwirtschaft und Holzverarbeitung bereits heute einen wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Wärmeversorgung leistet, hätte die vorgesehene EUDR-Regelung zu zusätzlichen Unsicherheiten entlang der Brennstofflieferkette geführt.
Trotz dieser positiven Entwicklung sieht der HKI weiterhin Anpassungsbedarf im weiteren Gesetzgebungsverfahren. Insbesondere setzt sich der Verband für die uneingeschränkte Anerkennung moderner Einzelraumfeuerstätten innerhalb der sogenannten Biotreppe ein. Darüber hinaus fordert der HKI, den bisherigen Primärenergiefaktor von 0,2 für Holz beizubehalten und damit die tatsächlichen Beiträge der Holzwärme zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und erneuerbarer Wärme angemessen zu berücksichtigen. Auch bei den Nachweis- und Dokumentationspflichten müsse dringend nachgebessert werden.
Holzwärme leistet bereits heute einen bedeutenden Beitrag zur Wärmewende. Allein in Deutschland sind rund 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten installiert. Insbesondere in Kombination mit Wärmepumpen können moderne Feuerstätten Lastspitzen abdecken, die Stromnetze entlasten und die Versorgungssicherheit erhöhen. Gleichzeitig eröffnet die hybride Kombination die Möglichkeit, Wärmepumpen bedarfsgerechter und damit oftmals kleiner auszulegen. Dies kann die Investitionskosten reduzieren und die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems verbessern. Darüber hinaus stärken moderne Feuerstätten die Resilienz von Gebäuden und leisten insbesondere in Krisensituationen einen wichtigen Beitrag zur Wärmeversorgung.
Der HKI wird sich gemeinsam mit seinen Partnerverbänden auch im parlamentarischen Verfahren weiterhin konstruktiv einbringen, damit die angekündigte Technologieoffenheit der Bundesregierung im Bereich der Wärmeerzeugung umfassend im Gesetz verankert wird.
Die vollständige HKI-Stellungnahme zum Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes kann von interessierten Fachmedien beim Verband angefordert werden.





