Scheitholzpreisindex

April 2012
Ø-Preis trockenes Hartholz, 33cm 79,57 Euro

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Billiges Brennholz gibt es nicht!!!

brennholzanteil_gestiegen

 

Der Bericht einer südniedersächsischen Tageszeitung macht es nur all zu deutlich: Billiges Brennholz gibt es nicht! In dem Bericht ist von einem Festmeterpreis von 57 € die Rede, was für einen Laien etwas verwirrend sein kann.

 

Gemeint ist die Masse Holz, die ohne Lufteinschlüsse in einen Würfel von einem Kubikmeter passen würde. Da Holz aber in dieser Form nicht vorkommt, wird als Maß oft der sogenannte Raummeter zur Abrechnung herangezogen. Dafür wird der im Wald aufgesetzte Holzpolter in Länge, Höhe und Tiefe vermessen. Die sich daraus ergebende Kubikmeter zahl wird dann mit dem Korrekturfaktor Maschinenpolterung 0,6 - 0,7 multipliziert, um dann den Preis für einen Raummeter zu erhalten.

 

In unserem Fall liegt dieser bei ca. 34 - 37 Euro. Dieser Preis ist Netto und wird noch mit der gesetzlichen Mehrwertsteuer beaufschlagt. Diesem Preis, der nun schon bei knapp 40 € pro Raummeter liegt, muss nun noch der Abtransport vom Waldlager oder der Forststraße zum Brennholzhändler zugeschlagen werden, in der Regel ca. 6 Euro pro Raummeter. Nun kommt das Sägen, Spalten und die Trocknung des Holzes dazu. Die technische Trocknung liegt bei ca. 10 Euro und ist auch nicht teurer, als wenn das Holz an der Luft getrocknet wird. Für die Lufttrocknung werden mehrere Arbeitsgänge benötigt, sie ist zeitaufwendig und benötigt viel Platz. Für die Allgemeinkosten wie Miete, Versicherungen, Krankenkasse, Verbände und Verwaltung werden 7 % angesetzt, so dass sich der Herstellungspreis bereits schon bei 60 Euro bewegt. Von dem Verkaufserlös muss der Händler nun noch die Mehrwertsteuer abführen und soll von dem verbleibenden Gewinn auch noch Rücklagen für Neuanschaffungen bilden. Die Kritiker werden jetzt sofort monieren, das sich das Rechenbeispiel auf den Raummeter bezieht und man beim Sägen durch das lose schütten ja wieder mehr Volumen erhält. Die am Markt gängigen Umrechnungsfaktoren stammen aus Zeiten, da wurden noch gänzlich andere Herstellungsverfahren für Brennholz verwendet. Das Holz wurde im Lohn mit der Bandsäge gesägt und dann Stück für Stück in Scheite gehackt. Der Anteil an Sägespäne und an Holzspreißel steht in keinem Verhältnis zu dem, was ein moderner Säge / Spaltautomat an Späne und an Holzspreißel produziert. Aber selbst wenn man den Kritikern recht geben würde, bleiben die Herstellungskosten weit über 50 Euro.


Woher kommt nun das Holz, das am Markt billig angeboten wird? Eine Antwort gibt der Artikel am Ende seiner Berichterstattung: Holz wird in zunehmender Weise aus dem Wald geklaut. Da verschwinden über Nacht ganze LKW Ladungen. Zumindest stammt es von einem Händler, der es mit den Allgemeinabgaben nicht so genau nimmt.

 

Hier der komplette Artikel:

Hessisch Oldendorf/Warendahl (who). Mit dem ersten Januar begann auch für die Forstgenossenschaft Lachem das neue Forstwirtschaftsjahr. Nachdem bereits im Herbst rund 50 000 Jungbäumchen für die Zukunft gepflanzt wurden, liegt das Schwergewicht nun auf dem Holzeinschlag, der sich von Oktober bis März erstreckt.
Zurzeit wird hauptsächlich Laubholz gefällt, erklärt Heinrich Pape, der als Forstaufseher die praktischen Arbeiten der mit fast 1400 Hektar Gesamtfläche größten niedersächsischen Forstgenossenschaft organisiert und leitet. Dazu schickt er voraus: „Das Forstwirtschaftsjahr – sonst vom 1. Oktober bis zum 30. September – deckt sich in der Forstgenossenschaft Lachem mit dem Kalenderjahr. Grundsätzlich schlagen wir über das gesamte Jahr Holz ein, wenn auch in unterschiedlichem Umfang." Insgesamt sind das jährlich etwas über 10 000 Festmeter, wobei bei einem durchschnittlichen Zuwachs des Holzvolumens von 11 000 Festmetern die nachhaltige Bestandssicherung gewährleistet sei.
In diesem Rahmen bewegte sich auch der Jahreseinschlag 2011 mit 1500 Festmetern Buchen- und Eichenstammholz sowie 5000 Festmetern Fichtenstammholz für die verarbeitende Industrie, sagt Pape. Das Holz werde in der Regel durch Harvester beziehungsweise Vollerntemaschinen privater Forstunternehmen geerntet. Im Forstwirtschaftsjahr 2011 sei dabei der Anteil von Brennholz erneut deutlich gewachsen, bestätigt Heinrich Pape den Trend zum Heizen mit Holz. „Wir hatten bereits bis Weihnachten 3500 Festmeter Brennholz gerückt und am Waldweg bereitgestellt." Damit habe sich der Brennholzanteil am Gesamtaufkommen gegenüber den Vorjahren „deutlich erhöht".
Die große Nachfrage wirkt sich natürlich auch auf den Preis aus, verdeutlicht Pape. So müsse der Kunde zurzeit durchschnittlich 57 Euro für den Festmeter hinlegen.
Dafür liegt das Holz – in der Regel stärkeres Kronenholz von Buchen – aber auch gut zugänglich an den Wegen auf sicherem Grund, wo es sich die Holzheizer selber auf handliche Länge sägen können. Voraussetzung dafür ist der Nachweis eines „Motorsägenführerscheins" und das Tragen von Arbeitsschutzkleidung.
Ein Teil des Brennholzkontingents aus dem Forstwirtschaftsjahr 2011 ist bereits im Dezember direkt an Selbstverbraucher versteigert worden, berichtet Heinrich. „Wir werden aber schon im Januar/Februar einen weiteren Versteigerungstermin anbieten." Dazu gibt er potenziellen Käufern den Tipp: „Auf jeden Fall ist es ratsam, das fertig zugeschnittene Holz so schnell wie möglich nach Hause zu holen." Zwar seien im Bereich der Forstgenossenschaft Lachem „bislang keine größeren Holzdiebstähle vorgekommen, aber sicher ist sicher ..."

 

 

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